Chronik

Wir blicken auf eine Geschichte zurück, die auch unsere Dorfgemeinschaft im wesentlichen mitgeprägt hat. - Leider existieren aus der Gründerzeit der Feuerwehr Osloß keine Unterlagen und somit lässt sich die Geschichte nicht genau zurückverfolgen. 

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Nach Aussage von heute noch lebenden Mitbürgern bestand vor 1949 eine Pflichtfeuerwehr in der Form, dass jeder männliche Einwohner bis zum Alter von 65 Jahren verpflichtet war, bei Brandeinsätzen zu helfen. 

Verantwortlich für die Pflichtfeuerwehr, die aus einer roten und einer grünen Gruppe bestand, war bis zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Osloß der Bürgermeister - Friedrich Uhle - sowie der "Feuerwehrhauptmann" Hermann Dahlmann. 
Diese Feuerwehr war bereits mit feuerwehrtechnischem Gerät, der damaligen Zeit entsprechend, mit Holzleitern, Äxten, Spitzhacken und einer Handdruckspritze ausgerüstet. Die Handdruckspritze musste immerhin mit 8 Kameraden in Betrieb genommen werden. 

Vor Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Osloß wurde von der Freiwilligen Feuerwehr (FF) Mörse eine Tragkraftspritze 8 (TS8) Magirus mit einem Breuer-Motor erworben. Die TS 8 wurde zusammen mit Strahlrohren, Schläuchen und Verteiler auf einem Anhänger stationiert. Dieser wurde im Einsatzfall von einem Traktor gezogen. Die Alarmierung erfolgte durch einen Hornisten. 
Das Spritzenhaus befand sich am Friedhof. 

Im Jahre 1949 ließ Bürgermeister Friedrich Uhle auf der rechten Wiese an der Allerbrücke die Pflichtfeuerwehr antreten und befahl den jungen Kameraden den Austritt aus der Pflichtfeuerwehr und somit den Beginn der Freiwilligen Feuerwehr. 

Wie schon im Vorwort erwähnt existieren aus der Gründerzeit der FF Osloß nur wenige Unterlagen, jedoch können wir nach Aussagen der heute noch lebenden Gründer sowie einiger handschriftlicher Aufzeichnungen, den Werdegang der FF Osloß noch recht gut aufzeigen. 

Am 16. Juli 1949, waren es dann 17 Kamderaden, die den Antrag an die Gemeinde Osloß stellten, die Pflichtfeuerwehr aufzulösen und eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen. 
Auf der Gründungsversammlung waren folgende Kameraden anwesend:

Karl Jung, Reinhold Sarnow, Heinrich Werhtmann, Günther Weusthoff, Heinrich Schmitz, Heinrich Jahn jr.,
Heinrich Dürkop, Heini Müller, Robert Brasche jr., Georg Letwohn, Ernst Wehmann jr., Heinrich Przyleng, 
Heinz Hugz, Werner Jahn, Herbert Prinke, Hermann Selgen und Heinrich Krösche.

Zum Gemeindebrandmeister der FF Osloß wurde Kamerad Heinrich Krösche gewählt und vom Gemeinderat Osloß bestätigt. 
Die vorhandene Ausrüstung der Pflichtfeuerwehr wurde dann der Freiwilligen Feuerwehr übergeben. Die FF Osloß war dem Unterkreis 8, der Freiwilligen Feuerwehren des Kreises Gifhorn zugeordnet. 

Der Unterkreis 8 bestand aus den Feuerwehren:
Barwedel, Jembke, Bokensdorf, Sandkamp, Tappenbeck, Weyhausen und Osloß. Sie wurden vom Brandmeister Heinrich Dehler, Fallersleben geleitet. 

In den Anfangsjahren wurden von der Firma Ziegler besorgte und geänderte Polizeiuniformen getragen. Zur Wasserversorgung diente ein Bohrbrunnen am Friedhof. 

1951 wurde auf dem Privatgründstück der Familie Haller zu Gunsten der Gemeinde Osloß ein 37m tiefer Feuerlöschbrunnen für 689,50 DM gebaut. Die Förderleistung betrug mit der TS 8 Magirus laut Protokoll 360 Liter pro Minute. 
Da die Leistung der Pumpe ständig ab- und die Reparaturen zunahmen, wurde sie im September 1954 durch eine fabrikneue Ziegler Tragkraftspritze (TS) 8/8 mit einem 30 PS VW Motor ersetzt. Durch Bemühungen des damaligen Gemeindebrandmeisters, Heinrich Krösche, im VW-Werk erfolgte eine bevorzugte Lieferung, wofür sich die Firma Ziegler vielmals bedankte. Durch eine Schenkung der Realgemeinde Osloß erhielt die Wehr dann einen luftbereiften Zweiradtransportwagen der mit einem Traktor gezogen wurde. 

Die Ziegler TS 8/8, welche bei vielen Einsätzen und Wettbewerben bis 1975 erfolgreich eingesetzt wurde, befindet sich noch heute im Besitz der FF Osloß. 

Am 11. Januar 1957 übernahm Richard Kirst, mit seinem Stellvertreter Werner Jahn, das Kommando. Heinrich Krösche wurde zum Schriftführer gewählt. Unter Gemeindebrandmeister Richard Kirst wurden die Brunnen überprüft. 
Da die Leistung der  Feuerlöschbrunnen auf eine Wassermenge von 260 Litern pro Minute bei einer Drehzahl von 3100 Umdrehungen pro Minute der Pumpenwelle, der Manometer-Förderhöhe von 15m Wassersäule, Manomehter-Saughöhe von 9m Wassersäule und einem Mundstück von 18mm, abfiel, wurden dann beim damaligen Bau der Wasserleitung im Jahre 1957 Hydranten mit eingebaut.

In der anschließenden Zeit (1956 bis 1958) bezog die Feuerwehr ein neues Gerätehaus an der Hauptstraße neben der "Alten Schule".

Von der Gemeinde bekam dann die FF Osloß das erste Feuerwehrfahrzeug. Es handelte sich um einen Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) Ford Taunus. (1957/1958).

1965 wurde Walter Jung zum Gemeindebrandmeister gewählt und mit Urkunde vom 18. August 1965 vom Gemeinderat bestätigt. 

Da es 1969 durch ein Gewitter zu einem Gebäudebrand bei der Familie Köther kam, wurde im Jahre 1970 das Ford Taunus TSF verkauft. Von der Gemeinde wurde ein gebrauchtes Mercedes Benz Löschgruppenfahrzeug (LF) 8 Baujahr 1960 erworben und mit einer gebrauchten Metz-Vorbaupumoe nachgerüstet um bei den zunehmenden Bränden schlagkräftiger zu werden. Ab dem 01. Januar 1970 wurde die Feuerwehr dem Unterkreis 4 zugeteilt. 

Unter Gemeindebrandmeister Walter Jung wurde dann am 01. September 1972 die Jugendfeuerwehr Osloß gegründet. Jugendfeuerwehrwart wurde Walter Stiegelbauer. 

Zu den Gründungsmitgliedern der Jugendfeuerwehr gehörten:
Torsten Dürkop, Rainer Friebe, Rolf Friebe, Jürgen Kausche, Helmut Prinke jr., Ralf Prinke, Michael Stiegelbauer,
Jörg Rade, Norbert Rathfelder, Axel Passeier, Thomas Passeier, Armin Piel, Holger Kolbe, Rüdiger Pörksen, 
Joachim Schulz, Lothar Brasche 

Im Jahre 1973 wurde dann Helmut Jung zum Ortsbrandmeister gewählt, wie die Bezeichnung durch die zwischenzeitliche durchgeführte Gebietsreform lautet. 

Durch diese Gebietsreform im Jahre 1972 verliert die Gemeinde Osloß ihre Trägerschaft an der FF Osloß. Die neue Bezeichnung lautet nun: "Freiwillige Feuerwehr Boldecker Land, Ortsfeuerwehr Osloß". 
Träger ist nun die aus den Orten Barwedel, Bokensdorf, Jembke, Osloß, Tappenbeck und Weyhausen entstandene Samtgemeinde Boldecker Land. Auf die auch das Eigentum an den Fahrzeugen und den Geräten übergeht. Jede Ortswehr wird nun von einem Ortsbrandmeister geführt, der dann noch einem Gemeindebrandmeister untersteht. 

Es kommt das Jahr 1975, welches allen noch lange in Erinnerung behalten sollten. Am 08. August um 14:00 Uhr wurde Alarm ausgelöst, der zum größten Einsatz in der Geschichte der FF Osloß werden sollte. Ein Feuer an den Grußendorfer Klärteichen weitete sich bei starkem Wind zu einem riesigen Waldbrand aus. Zahlreiche Feuerwehren als allen Teilen Norddeutschlands waren an der Brandbekämpfung beteiligt. Die dramatischen Ereignisse zu beschreiben würde ein ganzes Buch füllen. 
Dieser Großeinsatz hatte für unsere Feuerwehr zur Folge, dass die TS 8/8 Baujahr 1954 durch eine neue TS 8/8 ersetzt wurde. Außerdem wurde 1978 in das Löschfahrzeug Sprechfunk eingebaut und die Feuerwehr mit Handsprechfunkgeräten ausgerüstet. 
1980 übernimmt Reinhold Tesch als Ortsbrandmeister die Freiwillige Feuerwehr Osloß.
Danach setzte sich das Ortskommando wie schon zuvor begonnen verstärkt für den Neubau eines Feuerwehrgerätehauses ein, da dass Gebäude an der "Alten Schule" zu klein geworden ist und es weder über fließendes Wasser, noch Heizung und Sanitäreinrichtungen verfügte. 

Von 1977 bis 1983 übernimmt Klaus Flohr das Amt des Jugendfeuerwehrwartes. 

Endlich ist es soweit. Anfang August 1980 ist die Grundsteinlegung. Das Gerätehaus wird von den Mitgliedern der Feuerwehr in Eigenleistung erstellt. 
Nach 13-monatiger Bauzeit konnte am 27. September 1981 die Einweihung des Gerätehauses mit Fahrzeughalle für 2 Einstellplätze, Geräteraum, Büro, Schulungsraum, Sanitäreinrichtungen und Heizung erfolgen. 

Am 05. Juni 1982 erfolgte die Übergabe eines fabrikneuen Daimler Benz Löschgruppenfahrzeuges (LF) 8/8, mit schwerem Atemschutz, gebaut bei der Firma Ziegler. Somit ist die Feuerwehr für die Einsätze in der Samtgemeinde Boldcker Land, sowie der Kreisbereitschaft gut ausgerüstet. 

Von 1983 übernimmt Klaus Dumschat das Amt des Jugendfeuerwehrwartes und übergibt dieses 1986 an Michael Stiegelbauer. 

Auf der Jahreshauptversammlung 1992 wird nach 12-jähriger, tatkräftiger Amtszeit von Reinhold Tesch, ein neues Ortskommando gewählt. 
Helmut Prinke wird am 25. Januar 1992 von der Samtgemeinde als Ortsbrandmeister bestätigt. 
Am 03. Februar 1996 tritt dann ein erneuter Wechsel in der Führung der Feuerwehr ein. Als Nachfolger des Kameraden Helmut Prinke wird Karsten Teitge Ortsbrandmeister. 

Auch der gesellige Teil hatte in all den Jahren ein erheblichen Anteil am Wachsen unserer Feuerwehr. neben vielen Bällen im Winter, Feuerwehrfesten und anderen Festen im Sommer, wie z.B. 17. Juni wurde auch einige Fahrten seitens der Feuerwehr durchgeführt. 

Im Jahre 2005 übergibt Michael Stiegelbauer das Amt des Jugendfeuerwehrwartes nach 19-jähriger Amtszeit an Dominik Hoffmann. 

Im Jahr 2009 wurde die Vergrößerung des Gerätehauses in "Angriff" genommen. Das vorhandene Flachdach wurde zum Grundstock für eine zweite Etage. Hier entstanden in Eigenleistung einiger Mitglieder zwei Büros, ein großer Besprechungsraum und ein Raum für die Jugendfeuerwehr. 

Des Weiteren übernimmt Daniela von der Ohe-Hoffmann das Amt der Jugendfeuerwehrwartin.

Am 17. Januar 2010 wurde ein neues Fahrzeug in Dienst gestellt. Nach 28 Jahren wurde unser Löschgruppenfahrzeug durch ein TSF-W (Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wasser) ersetzt. Dieses Fahrzeug wurde für 115 TE  nach dem Bedarf der Feuerwehr Osloß ausgerüstet. 

Bei der Jahreshauptversammlung am 06.02.2010 übernahm Klaus Dumschat das Amt des Ortsbrandmeister und Dominik Hoffmann das Amt als Stellvertretender Ortsbrandmeister. 

Seit dem 17. Januar 2014 haben nun auch die kleinsten die Möglichkeit der Feuerwehr beizutreten. Die Gründung der Kinderfeuerwehr Osloß erfolgte. Nun können die Kinder bereits mit 6 Jahren in die Feuerwehr Osloß eintreten. Kinderfeuerwehrwartin wurde Sina Könecke und Stellvertretender Kinderfeuerwehrwart Pasquale Lo Bianco.

Bei der 65-Jahr-Feier der Feuerwehr Osloß wurden die Gründungsmitglieder Heinrich Dürkop und Rudolph Kausche zu Ehrenmitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr Osloß ernannt. 

Durch die Umsetzung des Fahrzeugkonzeptes der Samtgemeinde Boldecker Land erhielt die Freiwillige Feuerwehr Boldecker Land einen fabrikneuen Einsatzleitwagen. Dieser wurde am 26. Juli 2015 in Dienst gestellt. Das Fahrzeug wird bei der Feuerwehr Osloß untergestellt und durch speziell geschultes Personal besetzt. 

Das Jahr 2017 bringt einige Neuigkeiten mit sich. So wurde gleich zu Beginn des Jahres am 02.01.2017 die fabrikneue PFPN (Portable Firepumpnormalpressure), zu deutsch Tragkraftspritze, aus der Feuerwehrtechnischen Zentrale abgeholt. Die Einweisungen in die Pumpe begonnen zeitnah. Die offizielle Inbetriebnahme und Verlastung auf das Tragkraftspritzenfahrzeug wird in kürze durchgeführt.  

  
                                       

Ebenfalls soll in 2017 die Anschaffung für den neuen Mannschaftstransportwagen abgeschlossen werden. Damit dieses Fahrzeug nicht draußen stehen muss, wurde am 31.01.2017 ein Dritter Stellplatz gebaut. Eine Fertiggarage wurde aufgestellt.

                   

Am 13.Oktober 2017 wurde die angeschaffte Fertiggarage vollends in Nutzen genommen. Der neue Mannschaftstransportwagen wurde abgeholt. Nach dem die letzten Einbauten wie 
Funk und Rückfahrkamere erfolgt sind, konnte der Mannschaftstransportwagen am 07.01.2018 offiziell in Dienst gestellt werden. 

 Bei der Jahreshauptversammlung am 03. Februar 2018 gab es wieder Wechsel in den Führungsebenen. Die Leitung der Kinderfeuerwehr wurde von Sina Könecke in die Hände von Jörg Dannheim gegeben. Unterstützt wird er seit diesem Jahr offiziell von seiner frisch eingesetzten Stellvertreterin Lea Rathfelder.