Praxistag der Samtgemeinde-Feuerwehr

Am 17.06.2017 und am 19.06.2017 trafen sich die Wehren des Boldecker Landes in unterschiedlicher Zusammensetzung zu den regelmäßigen Diensten auf Samtgemeinde- bzw. Zugebene. 

Zunächst startete Gemeindeausbildungsleiter Michel Kohnert am Samstagnachmittag, den 17.06.2017, mit dem Ausbildungstag für alle Feuerwehren der Samtgemeinde Boldecker Land. 

Michael Kohnert konnte 57 Kameradinnen und Kameraden aus den Ortswehren am Treffpunkt in Tappenbeck begrüßen. 

Nach der Begrüßung und anschließender Einteilung der Kameradinnen und Kameraden auf die Fahrzeuge, konnte mit der ersten, von Michael Kohnert ausgearbeiteten Übung begonnen werden. 

Rauchentwicklung in einem landwirtschaftlichen Gebäude. 

Die erste Übungslage sah eine starke Rauchentwicklung an einem landwirtschaftlichen Gebäude am Bauernberg in Tappenbeck vor. Eine weitere Information besagte, dass eine Person noch im Gebäude vermisst wurde. 

Der Ostzug (Barwedel, Jembke und Tappenbeck) rückte als erste Einheit zum Brandobjekt aus. Die Wehren des Westzuges wurden zunächst zurückgehalten, um den zeitlichen Verzug nach Alarmierung und Eintreffen des Zuges im Bereitstellungsraum in Tappenbeck zu simulieren.

Ortsbrandmeister Karl-Heinz Kuhlgatz aus Tappenbeck übernahm die Gesamteinsatzleitung am Übungsobjekt. Als Zugführer fungierten Reiner Wegner (Ostzug) und Dominik Hoffmann (Westzug).

Nach der ersten  Erkundung stellte sich heraus, dass entgegen der ersten Information, sich noch mindestens drei Personen bei Ausbruch des Brandes in dem Gebäude aufhielten. Die Einsatzkräfte des Westzuges bekamen daher sofort den Befehl, unter schwerem Atemschutz zur Menschenrettung und zur Brandbekämpfung mittels Innenangriff ins Gebäude vorzugehen. 

Eine Besonderheit an diesem Übungsobjekt war, dass der Zugang durch das Erdgeschoss zu den vermissten Personen bzw. ins Innere des Gebäudes nicht möglich war. Daher musste ein Zugang über Steckleiter ins 1. Obergeschoss des Gebäudes hergestellt werden. 

Die nachrückenden Kräfte des Westzuges hatten die Aufgabe, weitere Atemschutzgeträterträger an den Ostzug abzugeben und eine Abriegelung des hinteren Gebäudeteils durchzuführen. 

Nachdem die Brandbekämpfung und Menschenrettung, unter anderem mit einer Schleifkorbtrage durchgeführt worden war, konnte diese erste Übung abgeschlossen werden. 

Waldbrand am Elbe Seitenkanal 

Das zweite Übungsszenario, das von Christian Gerche ausgearbeitet worden war, rief zunächst den Westzug nach Bokensdorf zu einem Waldbrand in der Nähe des Elbe-Seiten-Kanals. 

Beim Eintreffen des Zuges unter der Leitung von Matthias Deierling, stellte sich folgende Lage dar: Der gemeldete Waldbrand war die Folge eine Verkehrsunfalls zwischen einem PKW und einem landwirtschaftlichen Gespanns! 

Der Anhänger des Gespanns, auf dem verschiedene chemische Mittel zur Düngung und Unkrautvernichtung transportiert wurden, war Aufgrund der Vermischung nach dem Unfall und der daraus folgenden chemischen Reaktion in Brand geraten. 

Die erste Lageerkundung zeigte, dass sich das Feuer, bereits auf eine mehrere hundert Quadratmeter großen Fläche, in ein Waldstück ausgebreitet hatte. In dem verunfallten PKW befanden sich zwei Personen welche eingeklemmt waren. Da Sie sich nicht selbst befreien konnten, setzten die Feuerwehrkameraden schweres Rettungsgerät ein.

Einsatzleiter, Matthias Deierling, befahl den eigenen Kräften unter der Leitung von Zugführer Heiko Vahle, die Menschenrettung der Personen mittels Rettungsschere und Spreizer aus dem PKW durchzuführen und die erste Brandbekämpfung im Wald einzuleiten. 

Die Menschenrettung aus dem PKW war nicht gleich durchzuführen, da der PKW zunächst gesichert werden musste, da er sehr instabil war und umzukippen drohte.

Die eintreffenden Kräfte des Ostzuges, unter der Führung von Florian Vernunft, wurden von Mathias Deierling wie folgt  eingesetzt. 
Der Vorausrüstwagen der Ortsfeuerwehr Tappenbeck unterstützte die Kräfte der Ortsfeuerwehr Weyhausen bei der Rettung der eingeklemmten Personen aus dem verunfallten PKW. 
Das Tanklöschfahrzeug der Ortsfeurewehr Jembke kam bei der Brandbekämpfung im Wald zum Einsatz. 
Die restlichen Kameradinnen und Kameraden stellten eine Wasserversorgung über eine ca. 300m lange Wegstrecke vom Elbe-Seiten-Kanal zur Einsatzstelle vor. 

Nachdem auch dieses Szenario erfolgreich abgearbeitet worden war, versammelten sich alle Einsatzkräfte am Feuerwehrhaus Bokensdorf zum abschließenden gemeinsamen Grillen. Hier wurden die Kameradinnen und Kameraden wieder hervorragend von den Kameraden aus Bokensdorf versorgt, herzlichen Dank dafür! 

Aufbau der Führungsstruktur klappt immer besser! 

Abschließend zog Samtgemeindeausbildungsleiter Michael Kohnert ein positives Fazit. 

"Eine sehr positive Entwicklung in der Führungsstruktur ist zu erkennen, die Bildung erfolgt reibungslos und wird weitesgehend eingehalten."
Handwerklich ist die Ausbildung in den Orten auf einem guten Stand, auch die Zusammenarbeit ortsübergreifend läuft sehr gut. Der Samtgemeindeausbildungsleiter ist zufrieden.