Samtgemeinde-Praxistag der Feuerwehren des Boldecker Landes

Am Samstag, den 28.5.2016, trafen sich alle sechs Ortswehren der Samtgemeinde Boldecker Land in Tappenbeck, um von dort aus in den diesjährigen Praxistag zu starten.

Es gab eine kurze Besprechung mit Samtgemeinde-Ausbildungsleiter Michael Kohnert und den anwesenden Führungskräften. Hier wurde u.a. die Ein- und Aufteilung der über 60 anwesenden Kameradinnen und Kameraden auf die einzelnen Fahrzeuge vorgenommen.

Als zusätzliche Beobachter konnte Michael Kohnert die Kameraden Dirk Lindenblatt und Tobias Terbrüggen aus der Ortswehr Ehra-Lessien begrüßen. Nachdem alle Fahrzeuge besetzt waren, gab es die Einsatzbefehle für die beiden Züge über den Einsatzleitwagen der Führungsgruppe.

Die Ausgangslage war ein angenommenes Unwetter, welches seinen Schwerpunkt über dem Bereich des Boldecker Landes hatte. Dadurch kam es zu verschiedenen Schadenslagen, die durch die Feuerwehren des Boldecker Landes abgearbeitet werden mussten. Gerade, als der Ost- und Westzug ihre Einsatzbefehle bekommen hatten, gab es einen Realalarm! Die Brandmeldeanlage des Hotels „Alte Mühle“ in Weyhausen löste aus. 

Die Übung wurde unterbrochen. Während der Zug Ost den Bereitstellungsraum am Laischeweg in Weyhausen anfuhr, rückten die Ortswehren Weyhausen, Osloß und Bokensdorf zum Hotel aus. Gott sei Dank waren keine weiteren Maßnahmen notwendig, der betroffene Brandmelder hatte ohne ersichtlichen Grund ausgelöst. Somit konnten die Feuerwehrzüge eine knappe halbe Stunde später zu ihren Übungsobjekten, Zug West nach Osloß und der Zug Ost in den Barnbruch, fahren.                                                                      

Auf dem Weg dorthin gab es dann über Funk einen Folgeauftrag für die Ortswehren Weyhausen und Tappenbeck. Sie mussten aus dem jeweiligen Verband ausscheren, um zu einem Verkehrsunfall zwischen Bokensdorf und Weyhausen zu eilen. 

Die Einsatzkräfte an der Einsatzstelle Osloß sahen sich einem Scheunenbrand gegenüber. Vermisst wurden zusätzlich zwei Personen, die von Nachbarn vor dem Ausbruch des Unwetters auf dem Gelände gesehen wurden. Die KameradenInnen und Kameraden führten daher sofort die Menschenrettung durch. Erst dann folgte die Brandbekämpfung. Durch das umsichtige und schnelle Vorgehen konnte diese Einsatzlage zügig abgearbeitet werden.

Die Kameradinnen und Kameraden des Ost-Zuges waren bei ihrem Eintreffen am Übungsort mit zwei Lagen konfrontiert. Zum einen war durch herabfallende Stämme und Äste eine Gruppe von Radfahrern/Wanderern verletzt worden. Zum anderen gab es in unmittelbarer Nähe einen, durch Blitzschlag entstanden Flächen-/Waldbrand, der das Eingreifen der Einsatzkräfte erforderte. Diese Aufgaben wurden von den eingesetzten Feuerwehrkräften ebenfalls zügig abgearbeitet.

Am Übungsort des Verkehrsunfalls mussten je eine Person aus zwei verunfallten PKW´s befreit werden, wobei ein PKW sich überschlagen hatte und mit dem Dach an einem Baum liegengeblieben war. Diese anspruchsvolle Übungssituation wurde von den Kräften der Feuerwehren Weyhausen (mit dem Löschgruppenfahrzeug LF10/6) und Tappenbeck (mit dem Vorausrüstwagen) abgearbeitet, da sie auf ihren Fahrzeugen über das notwendige Material zur Rettung von verletzten Personen aus den verunglückten PKW´s verfügen.

Die beiden Beobachter dieser Übungssituation waren mit der Abarbeitung der Übungsaufgabe durch die eingesetzten Ortswehren sehr zufrieden.

Nachdem die ersten drei Übungsszenarien durch die beteiligten Züge abgeschlossen waren, sammelten sich alle Ortswehren wieder am Feuerwehrhaus in Tappenbeck, um sich auf die letzte anstehende Übung vorzubereiten.

Der Einsatzbefehl für beide Züge beorderte sie nach Barwedel zum Gelände des ehemaligen Abhörturms der Bundeswehr. Dort war während des Gewitters ein Blitz in ein Generator-/Lüftungssystem eingeschlagen und hatte zunächst einen Schwelbrand ausgelöst. Dieser Brand dehnte sich nun weiter aus und verqualmte das Gebäude am Fuß des Abhörturms. Starker Funkenflug und brennende Dachverkleidungen bedrohten den Rest des Gebäudes und die Nebengebäude.

Mitarbeiter der Gemeinde Barwedel, die den Entstehungsbrand löschen wollten, wurden durch den starken Qualm überrascht und konnten sich nicht rechtzeitig ins Freie retten.

Der zuerst eintreffende Zug Ost leitete die Menschenrettung und Brandbekämpfung ein. Der nachfolgende Zug West, welcher sich im Bereitstellungsraum am Barwedeler Sportplatz befand, wurde kurz darauf ebenfalls zur Menschenrettung und zum Schutz bzw. zur Abriegelung der Nachbargebäude eingesetzt.

Bei der Löschwasserversorgung zeigte sich, dass die Hydranten direkt am Gelände für eine große Wasserabgabe nicht geeignet sind. Hier muss sofort neben der vorhandenen Zisterne immer auf die Hauptwasserleitung an der Hauptstraße zurückgegriffen werden.

Nachdem diese letzte Aufgabe erfüllt war, rückten alle Wehren zum Feuerwehrhaus Barwedel ab.  Dort hatten die Kameraden aus Barwedel schon eine Stärkung in Form von Bratwurst vorbereitet. 

Hier gab es abschließend die Manöverkritik aus den Reihen der Beobachter zu den einzelnen Übungsszenarien. 

Der Übungstag zeigte wieder einmal den guten Ausbildungsstand der Wehren des Boldecker Landes und auch die Zusammenarbeit innerhalb der beiden Züge wurde weiter gestärkt.

Abschließend geht ein herzlicher Dank an:

Alle Freunde und Unterstützer der Feuerwehr, die an der Vorbereitung und Durchführung der Übung beteiligt waren.  

An alle teilnehmenden Kameradinnen und Kameraden der Ortswehren.
An die Übungs-Beobachter.                  
An die Kameraden aus Barwedel für die klasse Versorgung!

Bis zum nächsten Samtgemeinde-Übungstag!